madhyam consulting verabschiedet sich für eine Woche in die Betriebsferien. Vom 8. bis 16. Oktober 2011 ist unser Büro geschlossen; in ganz dringenden Fällen erreichen Sie uns unter der Nummer +49-176-23588041.
Morgen, am 31. März, endet das Geschäftsjahr in Indien. Doch wer von den indischen Kollegen oder Geschäftspartnern Großtaten in allerletzter Minute erwartet, dürfte enttäuscht werden. Denn seit 14:30 Uhr indischer Zeit findet das Halbfinale der Cricket-Weltmeisterschaft statt. Indien gegen Pakistan - der Klassiker schlechthin, und das auch noch vor heimischem Publikum.
Die Bedeutung des Spiels kann kaum überschätzt werden. Politiker, Unternehmer und Bollywood-Stars ringen um Tickets, und alle anderen, die das Spiel nicht im Stadium sehen können, verfolgen es zumindest im Fernsehen. Sollte Indien gewinnen, werden die Feiern sicher bis weit in den nächsten Tag reichen. Und die ein oder andere Firmenbilanz vielleicht etwas verspätet abgeschlossen werden.
Für alle Interessierten hier der Link zum Livestream:
Livestream Cricket-WM Halbfinale Indien vs. Pakistan
Update: Indien hat das Halbfinale gegen Pakistan gewonnen und trifft nun im Finale auf Sri Lanka
Update: Indien ist nach dem Sieg im Finale gegen Sri Lanka neuer Weltmeister im Cricket
Diwali ist der vielleicht wichtigste indische Feiertag - und ganz sicher der für Deutsche am besten verständliche. Ihre indischen Freunde und Geschäftspartner freuen sich über Ihren "Happy Diwali"-Gruß, ob stilvoll per Karte oder auch nur als kurze E-Mail.
Ihre indischen Angestellten erwarten sicher eine etwas größere Anerkennung - sprechen Sie uns an, wenn Sie keine gute Idee haben!
Und falls Sie mehr über Diwali erfahren möchten, schauen Sie doch nochmal im Artikel aus dem letzten Jahr nach, der die Bedeutung von Diwali detailliert erklärt.
Das Manager-Magazin berichtet von den großen Chancen deutscher Top-Manager in Schwellenländern. Einige interessante Auszüge...
... über die Hintergründe des Trends:
"Immer häufiger werden Deutsche künftig [...] auch in zentralen Schaltstellen von Schwellenländerkonzernen zu finden sein, sind Experten überzeugt."
"Dass deutsche Manager aus Europa direkt zu einer Firma in ein Schwellenland wechseln, ist bisher noch die Ausnahme und bei Absolventen ohne kulturelle Kenntnis fast unmöglich."
"Geld [ist] oft das wichtigste Lockmittel für deutsche und andere westlich sozialisierte Führungskräfte. "Viele Topmanager werden gebauchpinselt, damit ihnen der Wechsel zu einem Schwellenland-Unternehmen leichter fällt", sagt Fischhuber. Oft gebe es eine Art Erschwerniszulage."
... die den Trend bewerten:
"Der berufliche Wechsel in ein Großunternehmen eines Schwellenlands ist für Deutsche derzeit noch die Ausnahme, Manager wie Forster betreten Neuland. Er fühle sich zwar gut aufgenommen, sagte in einem Interview dem "Focus".
... über die Probleme in Indien:
"Andererseits kann man in Indien bei den Geschäftsprozessen oder der Entwicklung von Zulieferern noch sehr viel verbessern. Alles dauert länger, die ganze Logistik ist aufwendiger."
"Auch innerhalb der Firmen kann es Überraschungen geben. "Die Unterschiede in Unternehmenskultur und Managementstil sind teilweise sehr groß", sagt Kienbaum-Mann Fischhuber. "Neulinge empfinden die Methoden oft als ruppig. Häufig fällen Patriarchen einsame Entscheidungen, die Hierarchie ist streng.""
"Geld allein macht so manchen deutschen Manager in seiner neuen Rolle dennoch nicht glücklich. Mitunter verzweifeln sie letztlich doch an schwellenländerspezifischen Besonderheiten.
... über die längerfristigen Aussichten:
"Generell dürfte sich Stehvermögen in den aufstrebenden Unternehmen der Schwellenländer jedoch auszahlen. Die Tata-Gruppe hat bereits angekündigt, auch Ausländer bei der Suche nach einem Nachfolger für Oberboss Ratan Tata einzubeziehen. Die neuen Positionen für Karl-Ulrich Köhler und Carl-Peter Forster müssen also nicht das Ende ihrer Karriere im indischen Megakonzern darstellen."
(Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,717704-2,00.html)
Die Einschätzungen stimmen im großen und Ganzen mit meinen Erfahrungen überein. Deshalb empfiehlt es sich für interessierte deutsche Manager, sich entsprechend auf einen Einsatz in einem indischen Unternehmen vorzubereiten. Wir bieten dazu ein speziell auf Sie zugeschnittenes Coaching an - kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot!
Das 100-Dollar-Laptop-Projekt "One Laptop per Child" sollte in Indien durch einen 10-Dollar-Laptop noch unterboten werden. Mittlerweile steht das 35-Dollar-Tablet im Fokus. Dazu berichtet Spiegel Online heute:
"Das indische Bildungsministerium macht ernst: Das sagenumwobene 35-Dollar-Tablet geht tatsächlich in Produktion. Den Auftrag hat ein einheimischer Hersteller bekommen, der sich schon einmal durch ein Billigst-Produkt-Ankündigung hervorgetan hat [...]."
Ob die Quellenlage tatsächlich eine solche Aussage zulässt, ist nur schwer zu beurteilen. Das von Spiegel Online zitierte Blog Engadget hat seine Informationen vom Blog TechnicallyPersonal. Doch deren Meldung vollzieht mittlerweile per Update einen Rückzieher und bezieht sich dabei auf das Blog trak.in.Weder auf der Website des angeblich beauftragten Unternehmens HCL noch auf den entsprechenden Regierungswebsiten findet sich irgendeine offizielle Meldung zum Thema.
Nichts genaues weiß man nicht - nur eines ist sicher: Vertrauen in Politik, Unternehmen und Medien wird so nicht geschaffen. Wer sich auf solche Informationen verlässt, wird früher oder später die Quittung erhalten.
geisteswirtschaftler.de – die Initiative zur Förderung der Kultur-, Regional- und Geisteswissenschaftler in Deutschland ist das neueste Projekt im Portfolio von madhyam consulting. „Die etwa zweieinhalb Millionen Studenten und Absolventen dieser Fächer bieten der Wirtschaft ein bisher kaum genutztes Potential,“ erklärt Volker Oberkircher, Gründer der Initiative. Dabei ist er überzeugt: „Mit ihren Fähigkeiten können sie einen gleichwertigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg leisten wie ihre technisch, natur- und wirtschaftswissenschaftlich ausgebildeten Kollegen.“
Die Geisteswirtschaftler-Initiative ermutigt Studenten und Absolventen, ihren Platz in der Wirtschaft zu finden - als Angestellte oder als Unternehmer. Für Mitglieder wird ein ständig wachsendes Informations- und Serviceangebot aufgebaut, nach außen soll kontinuierlich Überzeugungsarbeit im Stil eines Interessensverbands geleistet werden.
Die Initiative startet am 16. September 2010 mit dem Launch der Website www.geisteswirtschaftler.de. Dort finden Interessenten alle wichtigen Informationen. Wir freuen uns auf viele Mitstreiter!
Zahlen und Statistiken sind wichtige Bausteine zum Verständnis der wirtschaftlichen Entwicklung einer Volkswirtschaft. In unseren Indien-Seminaren sind wir mit solchen Zahlen allerdings immer sehr vorsichtig. Häufig werden nämlich die absoluten Zahlen auf einzelne Personen heruntergerechnet - z.B. das "Bruttoinlandsprodukt pro Kopf", das immer noch in vielen Statistiken als Indiz für Armut oder Wohlstand eines Landes angeführt wird. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die letzte Volkszählung in Indien im Jahr 2001 stattfand - und die schon damals nicht überzeugende Datenlage in den letzten Jahren nicht besser wurde. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den nächsten Zensus - dazu ein kurzer Beitrag der AFP, der recht gut die Problematik einer Volkszählung in der größten Demokratie der Welt erläutert.
Am 9. Dezember 2009 ist der "Internationale Tag gegen die Korruption". Einen Tag später, am 10. Dezember 2009, folgt der "Tag der Menschenrechte". Beide Themen sind auch in Indien wichtig - und gerade dort auch sehr stark miteinander verbunden.
Korruption, "allgemein definiert als missbräuchliche Inanspruchnahme eines öffentlichen Amtes für private Zwecke" (Nohlen: Lexikon der Dritten Welt), ist in Indien weit verbreitet. Zwar nimmt Indien auf dem aktuellen Index von Transparency International als 84. mit einem Wert von 3,4 auf einer Skala von 0 bis 10 einen Platz im Mittelfeld ein - doch großen Grund zum Stolz bietet das sicherlich nicht. Schließlich bedeutet es, dass ein Sechstel der Menschheit in einem System lebt, das in hohem Ausmaß von Korruption geprägt ist. Spitzenreiter Neuseeland mit einem Wert von 9,4 oder Deutschland mit einem Wert von 8,0 sind noch in weiter Ferne.
Die Auswirkungen auf die Menschenrechten lassen sich an einem einfachen Beispiel erläutern.
Durch die korrupte Vergabe von Ämtern werden nicht die qualifiziertesten Personen ausgewählt - die Qualität von Justiz und Verwaltung nimmt dadurch ab. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass die oft teuer erkauften Ämter im Nachhinein "re-finanziert" werden müssen - und sich so die Korruption auch nach Erhalt des Amtes fortsetzt.
Dies kann unter anderem zu folgenden Verstößen gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte führen:
- Justiz und Verwaltung werden dazu missbraucht, Menschen aufgrund Ihrer Hautfarbe, Rasse, Geschlechtes o.Ä. zu diskriminieren (Verstoß gegen Artikel 2). Dies kann auf vielen Ebenen passieren - bei der Vergabe von Aufträgen, bei der Erteilung von Genehmigungen, bei der Bewertung von Prüfungsleistungen, vor Gericht...
- Gewaltverbrechen, Folter und das Halten von Menschen in Sklaverei und Leibeigenschaft werden nicht verhindert und verfolgt (Verstoß gegen Artikel 3, 4 & 5). In Indien leben nach Schätzungen von antislavery.org bis zu 40 Millionen Menschen in Sklaverei-ähnlichem Zustand - obwohl Sklaverei und deren moderne Formen, insbesondere bonded labour, gesetzlich verboten sind.
- Es gibt keinen fairen Zugang zu den Organen und Prozessen des Rechtsstaates (Verstoß gegen Artikel 6 bis 12), da dieser erkauft werden muss.
Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.
Für unsere Kunden stellt sich in diesem Zusammenhang oft die Frage: Wie verhält man sich im Geschäftsleben, wenn Schmiergelder und Bestechung anscheinend dazugehört?
Die oben genannten Beispiele machen klar, dass eine Beteiligung und damit Förderung der Korruption schwerwiegende Folgen hat. Doch wie können sich deutsche Firmen in einem solchen Geschäftsumfeld behaupten?
Im Alltag werden immer wieder Vertreter Ihrer Organisation vor diese schwierige Wahl gestellt sein - wir raten deshalb zu einem sehr offensiven Umgang mit diesem Problem. Machbar erscheint es uns, subtil zu kommunizieren, dass korrupte Handlungen durch die im Heimatland strikteren Maßstäbe gar nicht möglich sind. Um diesen Standpunkt ohne allzu große Verluste einnehmen zu können, müssen sich deutsche Unternehmen um Allianzen mit indischen Politikern und anderen wichtigen öffentlichen Personen bemühen. So schaffen sie sich nicht nur eine gute Verhandlungsposition, sondern erreichen auch, dass die Praktiken Ihrer Konkurrenten genauer untersucht werden.
Am Ende entsteht hoffentlich eine win-win-Situation für alle: Selbst wenn Korruption manchmal als kurzfristig erfolgreich eingeschätzt wird, überwiegen auf Dauer immer die negativen Effekte. Und gerade für eine Indien-Strategie ist die langfristige Perspektive sicher maßgeblich.
Volker Oberkircher wird am 23. November 2009 um 19:30 Uhr bei der Geographischen Gesellschaft Karlsruhe einen Vortrag zum Thema "Regionale Vielfalt in Indien" halten. Aus der Vortragsankündigung:
"Hochgebirge, Küstenwälder, Sumpfgebiete und Wüsten, Megacities und hunderttausende kleinster Dörfer. Unvorstellbare Armut neben der Traumfabrik Bollywood und den weltberühmten Software-Ingenieuren. Nahezu unbekannte Stammesgruppen neben jahrtausende alten Zivilisationen. Über einhundert Sprachen, mehrere Weltreligionen - alle mit ihrer besonderen regionalen Ausprägung.
Indiens Vielfalt ist sprichwörtlich und ein Hauptgrund, warum Indien immer noch als exotisches Mysterium wahrgenommen wird. Dieses Verständnis alleine wird einem der wichtigsten global player des neuen Jahrtausends allerdings nicht gerecht. Der Vortrag bietet einen Blick hinter die Kulissen der Vielfalt Indiens und zeigt, wie der ausgeprägte Regionalismus entstanden ist und warum er auch weiterhin existiert. So lässt der Vortrag ein realistischeres Bild vom heutigen Indien entstehen - kaum weniger bunt, aber nicht mehr ganz so fremd und unverständlich."
Zeit: 23. November 2009, 19:30 Uhr
Ort: Universität Karlsruhe, Kleiner Hörsaal, Geb. 10.50 am Durlacher Tor
Eintritt: 5 Euro (kostenfrei für Mitglieder der Geographischen Gesellschaft, Schüler und Studenten)
Link:
Aktuelles Programm der Geographischen Gesellschaft Karlsruhe

Hannelore Dicsi studiert Ethnologie mit dem Regionalschwerpunkt Südasien, VWL und Politik an der Universität Heidelberg. Sie stammt aus Rumänien, ist aber in Deutschland aufgewachsen und beschäftigt sich deshalb seit ihrer Jugend mit der Entwicklung von interkultureller Handlungskompetenz. Sie interessiert sich für entwicklungspolitische Zusammenhänge und hat dazu im Rahmen ihres Studiums schon mehrere Male das Schwellenland Indien besucht. In ihrer Freizeit ist sie ehrenamtlich bei InWEnt in der außerfachlichen Betreuung von Stipendiaten aus der ganzen Welt tätig.
Hannelore lernt seit drei Jahren Hindi und Urdu und konnte ihre Sprachkenntnisse während Exkursionsaufenthalten in Indien ausbauen und erweitern. Bei madhyam consulting beschäftigt sie sich insbesondere mit dem indischen Aus- und Weiterbildungsmarkt - unter anderem mit der wachsenden Nachfrage nach indischen Fachkräften sowohl auf indischer als auch auf deutscher Seite.
Mit dieser Thematik hat sie sich schon bei der IHK Nürnberg auseinandergesetzt: Sie arbeitete im Rahmen eines Praktikums an einer Publikation mit, die deutschen Unternehmen Wege aufzeigt, wie sie geeignetes internationales Fachpersonal rekrutieren können. Eine daraus resultierende Erkenntnis war, dass in diesem Markt für deutsche Aus- und Weiterbildungsanbieter großes Potenzial steckt. Darauf aufbauend wird Hannelore Dicsi für deutsche Hochschulen ein Konzept entwickeln, um deren Engagement auf dem indischen Bildungs- und Arbeitsmarkt zu unterstützen. Interessenten mit Anfragen zum indischen Bildungs- und Arbeitsmarkt wenden Sich bitte direkt an:
Kontakt:
Hannelore Dicsi
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Telefon: +49-6144-336328
Link:
CV Hannelore Dicsi
- Die deutsch-indische Hochschulszene im Wandel
- Beitrag "Interkulturelle Kommunikation zwischen Wissenschaft und Kundennutzen"
- Anschlag auf die Cricket-Nationalmannschaft Sri Lankas – ein Kommentar
- Bildung für die Massen: Wie Indiens 10-Dollar-Laptop falsch verstanden wird
- Von Opferlämmern und Sündenböcken: Muslime in Indien feiern Aid Al-Ada unter schwierigen politischen Bedingungen
- Diwali – das indische Fest der Lichter
- Tata in trouble
Seite 1 von 2
<< Start < Zurück 1 2 Weiter > Ende >>Abonnieren
Ähnliche Inhalte
Aktuelle Blog-Einträge
- Betriebsferien vom 8. bis 16. Oktober 2011
- Cricket-Weltmeisterschaft
- Happy Diwali!
- Als deutscher Manager in einem indischen Weltkonzern
- Indisches 35-Dollar-Tablet: Nachricht oder Gerücht?
- Geisteswirtschaftler-Initiative startet am 16. September 2010
- Vorsicht bei pro-Kopf-Daten in Indien
- Korruption und Menschenrechte als Herausforderung für deutsche Unternehmen in Indien
- Vortrag "Regionale Vielfalt in Indien"
- Hannelore Dicsi arbeitet an Konzept zum Aus- und Weiterbildungsmarkt in Indien


